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18.5.2012

Eigenschaften von Dämmmaterialien

Rohdichte m/V:

Allen Dämmstoffen ist zu Eigen, dass sie ein großes Volumen aufweisen und aufgrund vieler kleiner Hohlräume sehr leicht sind. Die in den Hohlräumen eingeschlossene Luft ist im Vergleich zu einem Festkörper ein schlechter Wärmeleiter. Die Luft bewirkt also vornehmlich die wärmedämmende Eigenschaft.
Die Rohdichte eines Stoffes, das Verhältnis von Masse zu Volumen gibt einen ersten Hinweis auf eine wärmedämmende Eigenschaft. So weisen alle Dämmmaterialien eine geringe Rohdichte auf.  
Die beste Dämmwirkung wird durch eine Vakuumdämmung erreicht. Der Wärmetransport ist durch das Vakuum unterbunden.


Wärmeleitfähigkeit Lambda: 

Die spezifische Wärmeleitfähigkeit ist der wichtigste Kennwert von Dämmstoffen.
Sie ist ein Maß für die Fähigkeit eines Stoffes die Wärme zu leiten und zwar unabhängig von der 
Dicke des Stoffes. 
Sie gibt an, welche Wärmemenge in einer Stunde bei einem Temperaturunterschied von einem Kelvin durch 1 m² einer 1 m dicken Schicht eines Stoffes strömt. Die Einheit der Wärmeleitfähigkeit ist W/(m*K).
Die Wärmeleitfähigkeit eines Dämmstoffs wird vom Porenvolumen, der Porengröße, dem Gefügeaufbau, der Rohdichte, der Temperatur, Feuchtigkeit und des Luftdruckes beeinflusst. 
Faustregel: Je höher der Lambda-Wert, desto schlechter dämmt das Produkt. Rein theoretisch können Sie zwar mit einem schlechter isolierenden Material ebenso gut dämmen wie mit einem hervorragenden Produkt. Nur benötigen Sie in diesem Fall erheblich dickere Dämmlagen und eine Konstruktion die dicke Dämmlagen toleriert.

Bautechnisch klassifiziert werden die Dämmstoffe in Wärmeleitfähigkeitsgruppen kurz WLG genannt. Die für Dämmstoffe üblich WLG Klasse von 040 bedeutet lediglich das der Dämmstoff einen Lambda Wert von 0,04 W/m K 

Wärmeleitfähigkeit von Dämmmaterialien im Vergleich
Vergleich der Wärmeleitfähigkeit von Dämmstoffen

Der U-Wert bemisst die Dämmqualität von Bauteilen 

Maßgebend für die Dämmqualität von Bauteilen wie Außenwand, Dach und Keller ist ihr U-Wert, der sogenannte Wärmedurchgangskoeffizient eines Bauteils. 
Der U-Wert (früher k-Wert) beschreibt die Wärmemenge, die in 1 Sekunde durch eine Bauteilfläche von 1 m² bei einem Temperaturunterschied von 1 Kelvin hindurchgeht W/(m²K).
Mit dem U-Wert lassen sich die unterschiedlichen Bauteile auf ihre Dämmwirkung vergleichen.
Dabei gilt: je höher der U-Wert desto schlechter die Wärmedämmeigenschaft des Bauteils. Mit dem U-Wert lässt sich rein rechnerisch der Wärmebedarf eines Hauses ermitteln. 

Ein gutes Tool um den U-Wert von Bauteilen zu ermitteln ist der Öffnet externen Link in neuem FensterU-Wert Rechner im Internet.

U-Werte von unterschiedlichen Wandbauteilen

Vergleich von U-Werten von unterschiedlichen Wandbauteilen
U-Wert in W/(m²K) größer 1,5 0,8 0,4 0,3 kleiner 0,2
Bewertung Sehr schlecht schlecht mittel gut Sehr gut
Bauteil: Wand 24 cm Ziegelmauer 36,5 cm Ziegelmauerwerk Mit Putz 36,5 cm Porenbeton mit Putz 36,5 cm Porenbeton 400 (kg/m³) mit Putz 36,5 cm Ziegelmauer 13cm PUR Dämmung

Ein Beispiel für die Bedeutung des U-Wertes anhand einer Altbauwand :
Der U -Wert einer 24er Ziegelwand liegt bei 2W/(qm*K). Bei einem Temperaturunterschied von Innen und Außen von nur 1K beträgt der Wärmeverlust bei einer Wandflächen von 30 qm (12*2,5)
30qm*2 W/qm= 60 Watt. 
Bei sinkender Außentemperatur steigt der Energieverbrauch entsprechend. Bei einer Temperaturdifferenz von 20 Kelvin (Innen 20 Grad, Außen 0 Grad) beträgt der Verlust 20K*60W/K = 1200 Watt .
In 24 h verliert diese Ziegelwand 24h*1,2kW = 28,8 kWh Heizenergie oder äquivalent 3 Liter Heizöl.

Wie dick darf die Dämmung sein?

Bei der Dämmung darf man nicht kleckern sondern muss man klotzen. Die erforderliche Dicke hängt vom Lambda Wert des Dämmstoffs ab. Rechnen Sie einfach selber:
Lambda Wert: Materialdicke ergibt den U-Wert . Ein Beispiel:
0,035 W(m²K):0,16m=0,2W/(m²K)
16 cm dicke Mineralwolle mit einem Lambda Wert von 0,035 W(m²K) ergibt eine sehr gute Dämmung mit einem U-Wert von 0,2 W/(m²K). 


Dämmstoffdicke bei einem U-Wert von 0,2

Dämmwahn: Sinn oder Unsinn?

 

Es gibt im Internet viele Artikel und Meinungen, die sich kritisch und unwissenschaftlich mit dem Thema Wärmedämmung auseinandersetzen.
Viele Kritiker bezweifeln ob eine Dämmung tatsächlich zur Einsparung von Heizenergie führt und rechnen vor, dass sie viel zu teuer ist.
Mit Schadensbildern von gedämmten Fassaden und einer Überbewertung der Wärmespeicherung als die alleinige und wichtigste Eigenschaft einer Gebäudehülle werden Bauherren verunsichert und in die Irre geleitet. 

Hierzu sei gesagt: In unserem Klima mit tiefen Temperaturen im Winter und in den Übergangszeiten ist eine dämmende Gebäudehülle von höchster Priorität. Die Wärmedämmung schützt vor Kälte und Wärme gleichermaßen und führt zu behaglichen Raumtemperaturen. Eine wärmespeichernde Eigenschaft der Gebäudehülle ist insbesondere im Sommer als Pufferung von Temperaturspitzen durchaus wünschenswert. Diese Funktion wird besser von Baustoffen und Bauteilen übernommen, deren Wärmespeicherkapazität deutlich höher ist als die eines Dämmstoffes. Ein Dämmstoff, und das zeichnet ihn dem Namen nach aus, dient vornehmlich dazu, den Wärmestrom zu verhindern und zwar aufgrund seiner geringen Wärmeleitfähigkeit.